Gneis - stonegate Natursteine

Gneise

Gneis ist ein metamorphes Gestein der kontinentalen Kruste. Je nach Ausgangsgestein werden die Vorsilben „Ortho“ oder „Para“ verwendet. Paragneise entstehen aus sedimentärem Gestein (Grauwacken). Orthogneise hingegen haben ihren Ursprung in magmatischem Gestein (Granit). Erkennungsmerkmale von Gneis sind eine unscharf ausgebildete Bänderung von wechselnd hellen und dunklen Lagen sowie eine bankige Untergliederung des Gesteins von mindestens 1cm Bankdicke im Aufschluss.

Als hochgradig metamorphes Gestein entsteht Gneis in der mittleren bis tiefen kontinentalen Erdkruste bei Prozessen der Orogenese (Gebirgsbildung). Demnach sind heute an der Erdoberfläche aufgeschlossene Gneise ein Beleg für die vormalige Existenz von kilometermächtigen Gebirgsformationen, sowie für deren Hebung und ihre anschließende Erosion bis zum heutigen Zeitpunkt.

Diese im wahrsten Sinne bewegte Geschichte der Gneise sorgt während der Metamorphose durch Verformung, Rekristallisation und Neuausrichtung der Minerale auch für ein Verschwimmen bis Verschwinden der ehemals angelegten Strukturen und Wechsellagerungen der Eduktgesteine (prämetamorphe Ausgangsgesteine wie Grauwacke oder Granit) und damit für die signifikante unscharfe Bänderung im metamorphen Gestein. Typisch für einen Gneis ist so, dass man den Mineralen die hochgradige Verformung und Bewegung durch Streckungslineation (Verlängen der Minerale durch Verformung im tektonisches Spannungsfeld) oder Folliation (Einregelung länglicher oder platter Minerale in Schichtflächen) erkennen kann. Bei den Varietäten Augengneis, Plattengneis, Flaser- oder Stängelgneis spiegelt sich das vorherrschend ausgebildete Gefügemerkmal schon im Namen wieder.

Mineralogisch gesehen sind die Hauptbestandteile des Gneises Feldspat (sowohl Plagioklas als auch Alkalifeldspat), Quarz und Glimmer. Neben diesen treten häufig in nicht geringer Menge Granat, Hornblende, Cordierit, Silimanit und/oder Klinopyroxen als Nebenbestandteile auf.

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