Vulkanite (Ergussgesteine) - stonegate Natursteine

Vulkanite (Ergussgesteine)

Wie der Name Vulkanite oder Ergussgesteine schon sagt, sind diese Gesteine an Vulkanismus gebunden und entstehen beim Austreten von Gesteinsschmelzen (Lava) an oder nahe der Erdoberfläche. Schon die verschiedenen Erscheinungsformen des Austritts, z.B. im Kontakt mit Meerwasser an mittelozeanischen Rücken als pyroklastische Ströme der explosiven Stratovulkane oder als dünnflüssige Lavaströme von Schildvulkanen, lassen die Vielfalt der hierbei entstehenden Gesteine erahnen.

Gesteine, die direkt aus erkaltender Lava erstarren, sind typischerweise von feinkörniger Textur, was es im Gelände häufig schwer macht, den Mineralbestand zu bestimmen. Da man sich die Lava häufig nicht als homogene Schmelze, sondern als Kristallbrei mit mehr oder weniger großen Mineralen vorstellen muss, ist oft ein mineralspezifischer Größenunterschied der Kristalle in Vulkaniten ausgebildet. Ein solches Gefüge von großen Einsprenglingen in einer feinkörnigen Grundmasse wird als porphyrisch bezeichnet. Diese Einsprenglinge lassen nicht selten jedoch auch keine eindeutige Klassifizierung des Vulkanits zu. Die Unterscheidung erfolgt so meist durch Probenahme und anschließende chemisch-physikalische Analyse im Labor. Die Varietät der Vulkanite liegt also in der Zusammensetzung ihrer Gesteinsschmelze: Lava ist nicht gleich Lava. Ob ein Vulkan aus dem oberen Erdmantel, einer kontinentalen Subduktionszone oder dem tieferen Erdmantel gespeist wird, erkennt man durch den Chemismus seiner Vulkanite. Eingeteilt werden die Vulkanite im Quarz-Alkalifeldspat-Plagioklas-Foide-Doppeldreieck, kurz QAPF-Diagramm, bei dem das Verhältnis der vier Minerale einen genauen Punkt im Doppeldreieck bestimmt.

Beispiele für Vulkanite, welche direkt aus erkaltender Lava entstehen und ein porphyrisches Gefüge aufweisen können, sind z.B. Rhyolithe, Andesite und Kimberlite.

Basalte als die wichtigsten Vulkanite nehmen eine Sonderstellung unter den Effusivgesteinen ein. Sie bauen den überwiegenden Teil der oberen ozeanischen Kruste auf, was bei 71 % Ozeanbedeckung der Erde ein riesiges Volumen ist. Die Quellen ihrer Schmelzen liegen im oberen Erdmantel. Dort entstehen sie durch erstmalige (primäre) Teilaufschmelzung der Mantelgesteine.

Eine Sonderstellung unter den Vulkaniten nehmen die pyroklastischen Gesteine ein. Sie entstehen, wenn Teile der Schmelze bei hochenergetischen, gasreichen Vulkanausbrüchen kilometerhoch aus dem Krater geschleudert werden. Je nach Größe werden diese Auswürfe als Bomben oder Lapilli bezeichnet. Weiterhin entstehen Asche, Tuffe und Schlacken.

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